11amigos
2006/08/18
WM 1974
WELTMEISTER 1974 DEUTSCHLAND
Die 10. Fußball-Weltmeisterschaft wurde vom 13. Juni bis zum 7. Juli 1974 in der Bundesrepublik Deutschland ausgetragen.
Bei der Eröffnungsveranstaltung in Frankfurt am Main wurde jedes teilnehmende Land durch Folkloregruppen oder Popkünstler repräsentiert. Sie verbargen sich unter riesigen Fußbällen auf dem Stadionrasen, die sich zu ihrem Auftritt öffneten. Für die Bundesrepublik trat eine Trachtengruppe von der Mosel auf, für die DDR Frank Schöbel und eine gemischte Tanzgruppe mit dem Lied Freunde gibt es überall. Für Polen sang dessen populärste Sängerin Maryla Rodowicz, für Brasilien spielte eine Sambatanzgruppe.
Zum ersten Mal wurde die WM nicht durch ein Spiel des Gastgebers, sondern des amtierenden Weltmeisters eröffnet. Dies wurde dann auch bis zur WM 2002 so beibehalten. Erst bei der WM 2006 wurde das Eröffnungsspiel wieder vom Gastgeber bestritten.
Da Brasilien in Mexiko zum 3. Mal Weltmeister geworden war und damit den Coupe Jules Rimet auf Dauer behalten durfte, wurde ein neuer Pokal, der FIFA World Cup gestiftet. Er wurde von dem Italiener Silvio Gazzaniga entworfen, ist 36 cm hoch, besteht aus 18 Karat Gold, hat einen Sockel mit zwei Kränzen aus Malachit-Halbedelsteinen und zeigt zwei Menschen, die mit ihren hochgereckten Armen eine Weltkugel halten.Die Maskottchen der Fußball-WM hießen Tip und Tap.
Die einzige Mannschaft, die im Turnier keine Niederlage einstecken musste, war nicht Weltmeister Deutschland, sondern Schottland. Nach einem Sieg und zwei Unentschieden waren sie mit Brasilien und Jugoslawien punktgleich und schieden lediglich aufgrund der schlechteren Tordifferenz bereits nach der Vorrunde aus.
WM 1970
WELTMEISTER 1970 BRASILIEN
Die 9. Fußball-Weltmeisterschaft wurde vom 31. Mai bis zum 21. Juni 1970 in Mexiko ausgetragen.
Diese Weltmeisterschaft stand zum einen im Zeichen von Änderungen und Neuerungen im Fußball, zum anderen wurden in Mexiko zwei denkwürdige Partien ausgetragen, beide mit deutscher Beteiligung.
Zu den Änderungen gehörte, dass zum ersten Mal Auswechslungen (zwei Spieler pro Mannschaft und Spiel) erlaubt waren, da die FIFA Bedenken wegen der Belastung der Spieler bei großer Hitze und großer Höhe hatte. Ihre Premiere bei einem WM-Turnier hatten außerdem die gelben und roten Karten, wobei die rote Karte allerdings nicht zum Einsatz kam. Auch wurde mit dem Telstar e
rstmals ein Fußball speziell für eine Fußballweltmeisterschaft entwickelt.Deutschland schaltete im Viertelfinale den amtierenden Weltmeister England nach Verlängerung mit 3:2 aus, ehe man im Halbfinale im sogenannten Jahrhundertspiel an Italien scheiterte. Brasilien besiegte dann Italien im Finale, welches vom DDR-Schiedsrichter Rudi Glöckner geleitet wurde, und wurde als erste Mannschaft zum dritten Mal Weltmeister und durfte den Siegerpokal, den Coupe Jules Rimet, behalten.
WM 1966
WELTMEISTER 1966 ENGLAND
Die 8. Fußball-Weltmeisterschaft wurde vom 11. bis zum 30. Juli 1966 in England ausgetragen.
Diese Weltmeisterschaft wird insbesondere aus deutscher Sicht für immer unvergessen bleiben, da im Endspiel zwischen England und Deutschland das legendäre Wembley-Tor fiel - eines der umstrittensten und gleichzeitig berühmtesten Tore der WM-Geschichte. Damit war die Vorentscheidung für Englands ersten und bisher einzigen Titelgewinn bei einem großen Endturnier gefallen.
Der Portugiese Eusébio wurde mit neun Toren Torschützenkönig und führte die portugiesische Nationalmannschaft bei ihrer ersten WM-Teilnahme auf den dritten Rang.
Das Finale der WM 1966 zwischen England und der Bundesrepublik Deutschland begann furios. Bereits nach 20 Minuten stand es durch Tore von Helmut Haller (13.) und Geoff Hurst (18.) 1:1. Zwölf Minuten vor Ende der regulären
Spielzeit konnten die Engländer durch Martin Peters in Führung gehen, doch dem deutschen Verteidiger Wolfgang Weber gelang in der Nachspielzeit noch der Ausgleich.In der 101. Minute fiel das legendäre Wembley-Tor. Hurst schoss den Ball an die Unterkante der Latte, der von dort senkrecht nach unten prallte, bevor er von Weber ins Toraus geköpft wurde. Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst entschied nach Rücksprache mit Linienrichter Tofik Bachramow auf Tor. Hurst erhöhte in der Schlussminute der zweiten Halbzeit der Verlängerung noch auf 4:2. Und auch dieser Treffer war irregulär, da sich bereits Zuschauer auf dem Spielfeld befanden.
England war damit zum ersten und bislang einzigen Mal Fußball-Weltmeister.
WM 1962
WELTMEISER 1962 BRASILIEN
Die 7. Fußball-Weltmeisterschaft wurde vom 30. Mai bis zum 17. Juni 1962 in Chile ausgetragen. Die WM in Chile ging als die unfairste Weltmeisterschaft in die Geschichte ein. Auf dem Platz spielten sich wahre Schlachten ab, die von den Schiedsrichtern nur unzureichend geahndet wurden.
Nachdem die Weltmeisterschaften 1954 und 1958 in Europa stattgefunden hatten, war 1962 Südamerika an der Reihe. Etwas überraschend setzte sich das fußballerisch zweitklassige Chile gegen den Mitbewerber Argentinien durch. Der schlechte Zuschauerzuspruch, insbersondere bei den Vorrundenspielen, sollte den Kritikern im Nachhinein rechtgeben.
Nach dem verheerenden Erdbeben von 1960 wurde ein Entzug der Veranstaltung diskutiert.Die Weltmeistermannschaft: Gilmar; Djalma Santos, Nilton Santos; Zito, Mauro, Zozimo; Garrincha, Didi, Vava, Amarildo, Zagalo. (Pelé verletzte sich in der Vorrunde im Spiel gegen die Tschechoslowakei und konnte im weiteren Verlauf des Turniers nicht mehr eingesetzt werden. Für ihn spielte danach Amarildo.)
Es war das definitiv letzte Spiel einer großen Mannschaft, die Fußballgeschichte geschrieben hat. Sieben Spieler Brasiliens waren über dreißig Jahre alt. Ein Neuaufbau war unvermeidlich.
WM 1958
WELTMEISTER 1958 BRASILIEN
Die 6. Fußball-Weltmeisterschaft wurde vom 8. bis zum 29. Juni 1958 in Schweden ausgetragen. Obwohl turnusgemäß nach dem Turnier 1954 in der Schweiz ein südamerikanisches Land als Gastgeber an der Reihe gewesen wäre, war Schweden der einzige Bewerber für die Austragung dieser Weltmeisterschaft. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs waren nur wenige Länder in der Lage, die Ausrichtung einer großen Sportveranstaltung zu organisieren, weshalb die Entscheidung vom FIFA-Kongress auf der Tagung vom 23. Juni 1950 in Rio de Janeiro für das im Krieg neutrale Schweden getroffen wurde. Die brasilianische Nationalmannschaft gewann mit dem damals erst 17jährigen späteren Weltstar Pelé ihren ersten Weltmeistertitel durch einen 5:2-Sieg gegen das Team des Gastgebers. 16 Nationalmannschaften spielten in 4 Vorrundengruppen mit jeweils 4 Mannschaften um den Titel. In den 35 Spielen wurden 126 Tore erzielt. Torschützenkönig wurde der Franzose Just Fontaine, der mit 13 Treffern Frankreich zum dritten Platz schoss und einen bis heute nicht erreichten Rekord aufstellte.

Mit England, Nordirland, Schottland und Wales nahmen zum bisher einzigen Male alle vier britischen Verbände an einer Endrunde teil. Von diesen erreichten nur die schwächer eingeschätzten Mannschaften aus Nordirland und Wales das Viertelfinale. Immerhin war England die einzige Mannschaft, die gegen den späteren Weltmeister Brasilien nicht verloren hatte, konnte aber auch keines seiner drei Gruppenspiele gewinnen und schied nach einem Entscheidungsspiel gegen die UdSSR aus.
Das Endspiel war das erste WM-Finale, in dem sich Mannschaften aus Europa und Südamerika gegenüberstanden. Mit seinem Sieg gelang es Brasilien zum ersten und bisher einzigen Mal, als südamerikanisches Land ein WM-Turnier in Europa zu gewinnen.
WM 1954
WELTMEISTER 1954 DEUTSCHLAND
Die 5. Fußball-Weltmeisterschaft wurde vom 16. Juni bis zum 4. Juli 1954 in der Schweiz ausgetragen.
16 Nationalmannschaften spielten in vier Vorrundengruppen mit jeweils vier Mannschaften. In jeder Gruppe gab es zwei gesetzte Teams, die in den Gruppenspielen nicht gegeneinander antreten mussten.
Als größter Favorit galt die Mannschaft Ungarns, die in den Jahren zuvor die ganze Welt mit fantastischem Offensivspiel begeistert hatte. Die Ungarn bestätigten in den ersten Spielen ihre Übermacht mit zwei klaren Siegen gegen Deutschland (8:3) und Südkorea (9:0).
Im Viertelfinale schlug Österreich die Schweiz in der "Hitzeschlacht von Lausanne" mit 7:5, was noch heute das Spiel mit den meisten Toren an einer WM-Endrunde darstellt. Die Ungarn setzten ihren Siegeszug mit einem Sieg gegen Brasilien (4:2) fort. Die für die Viertelfinals als Gruppenzweite qualifizierte deutsche Mannschaft schlug Jugoslawien mit 2:0.
Das Halbfinalspiel zwischen Ungarn und dem bislang bei WMs ungeschlagenen Titelverteidiger Uruguay endete wiederum mit einem schwer erkämpften Sieg der Ungarn (4:2). Die inzwischen in Form gekommene deutsche Mannschaft schlug Österreich überraschend klar mit 6:1.

Das Endspiel zwischen Ungarn und Deutschland verlief dramatisch. Ungarn führte nach wenigen Minuten bereits 2:0 und alles deutete auf einen weiteren überlegenen Sieg der Magyaren hin, doch dann gelangen Morlock und Rahn zwei schnelle Gegentore zum Ausgleich. Danach standen sich gleichwertige Mannschaften gegenüber und mit einem weiteren Tor von Rahn sechs Minuten vor Schluss entschieden die glücklicheren Deutschen das Spiel mit 3:2 für sich. Als der englische Schiedsrichter William Ling etwas verfrüht abpfiff, hatte die ungarische Mannschaft das erste Spiel seit 1950 verloren und mit ihm auch die so sicher geglaubte Weltmeisterschaft. Noch heute gilt der Sieg der Deutschen als das "Wunder von Bern".
Torschützenkönig wurde Sándor Kocsis (Ungarn) mit 11 Toren. 59 Torschützen erzielten 140 Tore in 26 Spielen; die meisten Treffer fielen beim 7:5 von Österreich gegen die Schweiz. Die einzigen Platzverweise gab es in einem Spiel - im Viertelfinale zwischen Ungarn und Brasilien.
Bei diesem Turnier traten die Spieler erstmals mit Rückennummern an.
WM 1950
WELTMEISTER 1950 URUGUAY
Die 4. Fußball-Weltmeisterschaft wurde vom 24. Juni bis zum 16. Juli 1950 in Brasilien ausgetragen. Lediglich 13 Mannschaften nahmen an der ersten Weltmeisterschaft nach dem zweiten Weltkrieg teil. Der DFB war noch nicht wieder in die FIFA aufgenommen, Österreich zog seine Bewerbung vor Beginn der Qualifikation zurück, die Schweiz scheiterte in der Gruppenrunde. Frankreich, das nach diversen Absagen anderer Verbände nachträglich eingeladen wurde, verzichtete dennoch auf die Teilnahme. Weltmeister wurde zum zweiten Mal Uruguay, das im entscheidenden letzten Spiel der Finalgruppe (in der jeder gegen jeden anzutreten hatte) Brasilien bezwang.

Die Sieger der vier Vorrundengruppen - Brasilien, Spanien, Schweden, Uruguay - spielten in einer Endrunde im jeder-gegen-jeden-Modus den Titel aus. Brasilien gewann die ersten beiden Spiele hoch (für Spanien ist die 1:6-Niederlage gegen Brasilien die bisher höchste Niederlage bei einem WM-Turnier) und sah bereits wie der neue Weltmeister aus, da im letzten Spiel gegen das bis dahin nicht überzeugende Uruguay ein Unentschieden zum Titel reichen würde.
Vor 200.000 fanatischen Cariocas im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro ging Brasilien zunächst mit 1:0 in Führung. Mitte der zweiten Hälfte glich Uruguay aus. Im Stadion herrschte lähmendes Entsetzen. Die Zuschauer verstummten, die brasilianischen Spieler erstarrten. Zehn Minuten vor Schluss gelang Uruguay der entscheidende Treffer zum Sieg und zur Weltmeisterschaft.
Es war die dunkelste Stunde des brasilianischen Fußballs. Niemals vorher oder nachher war die Enttäuschung größer. Wie groß sie war, belegt die Tatsache, dass die bis zu diesem Tag vom brasilianischen Nationalteam getragene weiße Spielkleidung "verbannt" worden ist.
WM 1938
WELTMEISTER 1938 ITALIEN
Die Mannschaft des Deutschen Reichs, gebildet aus den Mannschaften Deutschlands und Österreichs, die bei der letzten WM in Italien den dritten und vierten Platz belegt hatten, ging als einer der Favoriten in das Turnier. Aber sie sollte schon nach dem ersten enttäuschenden Spiel und dem anschließenden Wiederholungsspiel gegen die Schweiz frühzeitig die Heimreise antreten müssen. Die Spieler aus den zuvor getrennten Ländern waren noch nicht aufeinander abgestimmt. Die Schweiz schied im Viertelfinale aus. Auch der ebenfalls als Favorit gehandelte Gastgeber Frankreich schied im Viertelfinale aus, mit dem stolzen Trost, im einzigen verlorenen Spiel lediglich dem Weltmeister unterlegen zu sein. Italien gewann nach 1934 seinen zweiten WM-Titel.ie Oberhand und gewann die Fußballweltmeisterschaft 1934.
Die Niederlage des Deutschen Reiches gegen die Schweiz im Achtelfinale wurde in Europa mit großer Schadenfreude aufgenommen. Die Nationalsozialisten empfanden die Niederlage gegen die kleine Schweiz als besondere Schmach.
WM 1934
WELTMEISTER 1934 ITALIEN
Die 2. Fußball-Weltmeisterschaft wurde vom 27. Mai bis zum 10. Juni 1934 in Italien ausgetragen.
Es war die erste Fußball-Weltmeisterschaft, die auf europäischem Boden ausgetragen wurde. Das Turnier erhielt jedoch durch den fußballbegeisterten italienischen Diktator Benito Mussolini einen faden Beigeschmack, da er zum einen die WM zu propagandistischen Zwecken missbrauchte und zum anderen direkt auf die Spiele Einfluss nahm, indem er Schiedsrichter (z. B. René Mercet, Ivan Eklind) bestach beziehungsweise unter Druck setzte. Raimundo Orsi schrieb 1978: „... Wir hatten panische Angst, bei einer Niederlage auf Befehl Mussolinis hingerichtet zu werden. Nicht auszudenken, wenn Eklind nicht auf unserer Seite gewesen wäre.“

Auch im Finale profitierten die Italiener von der Schiedsrichterleistung. Der schwedische Schiedsrichter Ivan Eklind war in der zweiten Hälfte dem teilweise überharten Spiel der Italiener nachsichtig und verzichtete auf fällige Feldverweise. Dennoch gelang den Tschechoslowaken Mitte der zweiten Halbzeit der Führungstreffer. 10 Minuten vor Ende konnten die Italiener jedoch den Ausgleich erzielen. In der Verlängerung behielt Italien die Oberhand und gewann die Fußballweltmeisterschaft 1934.
Den italienischen Machthabern war während der Weltmeisterschaft im eigenen Lande fast jedes Mittel recht, den Titel nach Italien zu holen. Für einen Titelgewinn ist eine gute WM-Vorbereitung unbedingt notwendig. In dieser Vorbereitungsphase würde eine lange strapaziöse Schiffsreise zu einem Auswärtsländerspiel nur stören. Doch hätten die Italiener im April oder Mai 1934 noch das Rückspiel im Qualifikationsduell mit Griechenland in Athen austragen müssen. Dies wollten die italienischen Machthaber aber in jedem Fall vermeiden. Der italienische Fußballverband überzeugte daher den griechischen, auf das Rückspiel von sich aus zu verzichten. Als Gegenleistung für den Verzicht, so recherchierte der IFFHS, kauften die Italiener dem finanziell armen griechischen Fußballverband ein Verbandshaus in Athen, das sich auch heute noch in Verbandsbesitz befindet. Zudem haben wohl noch weitere Geldscheine den Besitzer gewechselt. Insgesamt soll der griechische Verband Geld und Sachleistungen im Wert von 700.000 gr.Drachmen (heute ca. 300.000 €) von den Italienern erhalten haben. Wäre dieser Bestechungsskandal damals publik geworden, der Weltmeister von 1934 hätte mit Sicherheit nicht Italien geheißen.


