WM 1934
WELTMEISTER 1934 ITALIEN
Die 2. Fußball-Weltmeisterschaft wurde vom 27. Mai bis zum 10. Juni 1934 in Italien ausgetragen.
Es war die erste Fußball-Weltmeisterschaft, die auf europäischem Boden ausgetragen wurde. Das Turnier erhielt jedoch durch den fußballbegeisterten italienischen Diktator Benito Mussolini einen faden Beigeschmack, da er zum einen die WM zu propagandistischen Zwecken missbrauchte und zum anderen direkt auf die Spiele Einfluss nahm, indem er Schiedsrichter (z. B. René Mercet, Ivan Eklind) bestach beziehungsweise unter Druck setzte. Raimundo Orsi schrieb 1978: „... Wir hatten panische Angst, bei einer Niederlage auf Befehl Mussolinis hingerichtet zu werden. Nicht auszudenken, wenn Eklind nicht auf unserer Seite gewesen wäre.“

Auch im Finale profitierten die Italiener von der Schiedsrichterleistung. Der schwedische Schiedsrichter Ivan Eklind war in der zweiten Hälfte dem teilweise überharten Spiel der Italiener nachsichtig und verzichtete auf fällige Feldverweise. Dennoch gelang den Tschechoslowaken Mitte der zweiten Halbzeit der Führungstreffer. 10 Minuten vor Ende konnten die Italiener jedoch den Ausgleich erzielen. In der Verlängerung behielt Italien die Oberhand und gewann die Fußballweltmeisterschaft 1934.
Den italienischen Machthabern war während der Weltmeisterschaft im eigenen Lande fast jedes Mittel recht, den Titel nach Italien zu holen. Für einen Titelgewinn ist eine gute WM-Vorbereitung unbedingt notwendig. In dieser Vorbereitungsphase würde eine lange strapaziöse Schiffsreise zu einem Auswärtsländerspiel nur stören. Doch hätten die Italiener im April oder Mai 1934 noch das Rückspiel im Qualifikationsduell mit Griechenland in Athen austragen müssen. Dies wollten die italienischen Machthaber aber in jedem Fall vermeiden. Der italienische Fußballverband überzeugte daher den griechischen, auf das Rückspiel von sich aus zu verzichten. Als Gegenleistung für den Verzicht, so recherchierte der IFFHS, kauften die Italiener dem finanziell armen griechischen Fußballverband ein Verbandshaus in Athen, das sich auch heute noch in Verbandsbesitz befindet. Zudem haben wohl noch weitere Geldscheine den Besitzer gewechselt. Insgesamt soll der griechische Verband Geld und Sachleistungen im Wert von 700.000 gr.Drachmen (heute ca. 300.000 €) von den Italienern erhalten haben. Wäre dieser Bestechungsskandal damals publik geworden, der Weltmeister von 1934 hätte mit Sicherheit nicht Italien geheißen.

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